Ist der Hefepilz Candida gefährlich? – Alle Fakten, Fragen und Antworten

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Candida ist ein bekannter Hefepilz, den die meisten Menschen in sich tragen. Wenn er sich vermehrt und ausbreitet, kann er jedoch unangenehme Infektionen verursachen. Diese sind teils schwerwiegend und müssen behandelt werden.

In diesem Artikel finden Sie die wichtigsten Informationen über den Hefepilz und die Ursachen der Infektion. Außerdem erhalten Sie wertvolle Tipps, worauf Sie achten müssen und wie Sie eine mögliche durch Candida ausgelöste Infektion bekämpfen können.

Was ist Candida?

Candida Was ist Candida

Dieser Pilz ist eine Hefepilzgattung mit mehr als 200 Unterarten. Wenn wir von dieser Art Pilz sprechen, geht es normalerweise um den Candida albicans, der auch beim Menschen vorkommt. Er ist bei drei Viertel aller Menschen vorhanden und gelangt auf natürliche Weise in den Körper. Er wird außerdem in der Regel bei der Geburt vererbt. Der Hefepilz ist im Dickdarm zu finden, wo er sich von Kohlenhydraten ernährt.

Wichtige Fakten im Überblick

  • Candida ist ein Hefepilz mit vielen Unterarten. Die Unterart „albicans“ kommt auch beim Menschen vor, bei den meisten der Betroffenen im Darm
  • Wenn Sie eine Hefepilzinfektion haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, sobald Sie Symptome haben. Hausmittel können helfen, die Infektion zu bekämpfen, sind aber kein Ersatz für Medikamente.
  • Der Candida Pilz selbst ist nicht gefährlich. Erst wenn er sich stark vermehrt oder auf andere Teile des Körpers übergreift, kann er Infektionssymptome hervorrufen.

Candida: Das sollten Sie wissen

Bevor wir Ihnen Ratschläge geben, was zu tun ist, wenn Sie eine Hefepilzinfektion haben, haben wir zunächst einige allgemeine Informationen über den Candida Pilz gesammelt. Wir möchten nun folgend einige der am häufigsten gestellten Fragen dazu beantworten.

Was sind die Symptome einer Candida Infektion?

Wenn sich der Pilz vermehrt und ausbreitet, treten rasch Symptome auf. Durch diesen Pilz ausgelöste Symptome treten meist in der Mundhöhle oder auf den Schleimhäuten der Genitalien auf. Anzeichen können auch an den Bindehäuten der Augen oder unter den Nägeln zu finden sein. Im Mund kann ein gelblich-weißer Belag entstehen, der abgewischt werden kann.

Wenn die Genitalien einer Frau betroffen sind, kommt es häufig zu Juckreiz oder Kribbeln und weißem Ausfluss. Hautwunden treten besonders häufig an feuchten Stellen des Körpers auf, z. B. zwischen den Zehen. Candida vermehrt sich im Darm und verursacht häufig Blähungen, Durchfall und Müdigkeit. Zu den Symptomen einer Hautinfektion gehören dabei:

  • Windelausschlag bei Säuglingen
  • Rötungen und Schwellungen
  • Schuppenbildung der Haut
  • Juckreiz oder Brennen
  • Ausschlag

Ist Candida gefährlich?

Diese Art von Pilz ist für gesunde Menschen harmlos. Der Hefepilz kann sich jedoch ausbreiten und andere Teile des Körpers infizieren. Ein Übermaß dieser Pilze im Darm ist ebenfalls schädlich und sollte behandelt werden. Das körpereigene Immunsystem hält den Candida Pilz normalerweise im Zaum.

Wenn das Immunsystem nicht mehr so effektiv ist, kann sich der Pilz jedoch ausbreiten. Dies kann auf immunsuppressive Medikamente oder Krankheiten zurückzuführen sein, die dies verursachen. Dies ist zum Beispiel nach einer HIV-Infektion, einer Chemotherapie oder einer Langzeit-Antibiotikatherapie der Fall. Diese schädigen massiv das Immunsystem, das dann nicht mehr in der Lage ist, dafür zu sorgen, dass sich der Candida Pilz nicht ausbreitet.

Da der Candida Pilz für gesunde Menschen harmlos ist, ist es nicht empfehlenswert, den Pilz zu behandeln, da er keinen Schaden anrichtet. Erst wenn sich der Pilz zu stark vermehrt, wird er schädlich und muss behandelt werden. In seltenen Fällen kann eine starke Vermehrung des Pilzes in den Blutgefäßen zu einer Blutvergiftung (Septikämie) führen.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Sobald die oben genannten Symptome auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Durch einen Bluttest und eine anschließende Untersuchung wird festgestellt, ob Sie eine Candida Indfektion haben. In jedem Fall ist es nicht ratsam, die Infektion selbst zu behandeln.

Wenn die Pilzinfektion nicht vollständig beseitigt wird, z. B. wenn Sie die Einnahme des Medikaments vorzeitig beenden, kann die Infektion wieder auftreten. Der Pilz kann auch eine Resistenz gegen das Medikament entwickeln. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Sie die Anweisungen Ihres Arztes sorgfältig befolgen.

Ist Candida ansteckend?

Da die meisten Menschen bereits einen Candida-Pilz haben, ist er für gesunde Menschen nicht ansteckend. Wenn sich der Pilz jedoch vermehrt und Symptome auftreten, kann die Infektion durchaus ansteckend sein. Besonders hoch ist das Infektionsrisiko beim Geschlechtsverkehr oder beim Küssen.

Wenn sich infizierte Schleimhäute berühren, kann sich die Infektion ausbreiten. Wenn es keinen engen Kontakt gibt, ist das Infektionsrisiko hingegen relativ gering. Falls die Genitalien infiziert sind, kann es sinnvoll sein, auch den Partner zu behandeln, um eine Kreuzinfektion zu vermeiden.

Wie lange dauert es, eine Infektion zu behandeln?

Da der Candida Pilz verschiedene Körperteile befallen kann und der Schweregrad der Infektion variieren kann, lässt sich nicht vorhersagen, wie lange die Behandlung dauern wird. In jedem Fall sollten die verschriebenen Medikamente so lange eingenommen werden, wie es der Arzt empfiehlt.

Nach einer erfolgreichen Behandlung sollten alle Gegenstände, die mit dem Pilz in Berührung gekommen sind, ersetzt oder gewaschen werden. Dazu gehören auch Zahnbürsten oder Bettwäsche.

Was kann ich essen, wenn ich eine Candida Infektion habe?

Da sich Candida Pilze von Zucker ernähren, sollten süße Lebensmittel so weit wie möglich vermieden werden. Wenn Sie eine entsprechende Infektion haben, sollten Sie mit Ihrem Arzt auch über die Lebensmittel sprechen, die Sie am liebsten essen. Der Verzehr der folgenden Produkte ist dabei aber völlig unbedenklich:

  • Verarbeitete Fleisch- und Wurstwaren ohne Zuckerzusatz
  • Nicht fermentierte, ungesüßte Milchprodukte, wie z. B. Naturjoghurt
  • Tee und Kaffee
  • Vollkornbrot
  • Gemüse

Candida: Was hilft bei der Bekämpfung der Infektion?

Candida richtige Therapie

Falls sich bei Ihnen eine Candida Infektion entwickelt hat, gibt es viele Hausmittel und Medikamente, die dagegen helfen können. Im nachfolgenden Abschnitt erklären wir Ihnen, wie Sie diese Mittel gegen die Infektion effektiv und erfolgreich einsetzen können.

Medikamente gegen eine Infektion mit dem Candida Pilz

Wenn bei Ihnen eine Pilzinfektion diagnostiziert wurde, verschreibt Ihnen Ihr Arzt in der Regel ein Antimykotikum. Die gebräuchlichsten Arzneimittel sind nachstehend aufgeführt. In der Regel handelt es sich um Tabletten oder Salben. Im Falle einer schweren Candida Infektion, die auch die inneren Organe betrifft, kann das Medikament auch als intravenöse Infusion verabreicht werden.

Clotrimazol

Clotrimazol wird zur äußerlichen Behandlung von Pilzinfektionen der Haut eingesetzt. Wie Flucanosol kann es gegen verschiedene Pilzinfektionen wie Candida wirksam sein. Es kann auch in verschiedenen Formen eingenommen werden, z. B. in Form von Salben oder Tabletten.

Die antibakterielle Wirkung des Arzneimittels hemmt das Pilzwachstum und tötet bei höheren Konzentrationen den Pilz ab. Dies kann jedoch zu Überempfindlichkeit und anderen unerwünschten Nebenwirkungen führen, was zu beachten ist.

Fluconazol

Fluconazol ist, anders als Nystatin, gegen eine Vielzahl von Pilzinfektionen wirksam. Der Candida Pilz ist nur einer der Stämme, die mit Fluconazol behandelt werden können. Das Medikament begrenzt das Wachstum des behandelten Pilzes, indem es ein Enzym hemmt, das der Pilz zum Wachstum benötigt. Fluconazol wird gut in die Blutbahn aufgenommen und erreicht von dort aus alle Teile des Körpers.

Es wird vom Körper kaum abgebaut, sodass es fast unverändert ausgeschieden wird. Fluconazol wird in der Regel durch den Mund eingenommen, zum Beispiel in Form von Kapseln. In einigen Fällen kann das Medikament auch intravenös verabreicht werden. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Arzneimittel kann es zu Wechselwirkungen kommen, weswegen Sie stets einen Arzt konsultieren sollten.

Nystatin

Dieses Medikament wird, anders als beide anderen Wirkstoffe, speziell zur Behandlung von Pilzinfektionen der Gattung Candida eingesetzt. Der Wirkstoff hat eine begrenzte lokale Wirkung, weswegen die Anwender selten über Nebenwirkungen klagen.

Nystatin greift die Pilzzellen an und tötet sie ab. Da das Medikament über den Darm praktisch kaum ins Blut gelangt, kann es gut zur lokalen Behandlung des Darms eingesetzt werden. Nystatin kann auch zur Behandlung von Infektionen des Mundes, der Haut, der Schleimhäute und der Nägel verwendet werden und ist daher in verschiedenen Formen erhältlich.

  • Vaginaltabletten: weiblicher Genitalbereich
  • Suspensionen: Speiseröhre (Verdauungstrakt), Mund und Rachen
  • Mundgel/-spray: Mund und Rachen
  • Tabletten zur (oralen) Einnahme: Speiseröhre oder Verdauungstrakt
  • Salbe: Haut und Schleimhäute

Können Hausmittel bei Candida helfen?

Bei einer leichten Infektion können Hausmittel eine lindernde Wirkung haben oder die Infektion zusätzlich zur medizinischen Behandlung bekämpfen helfen. Die folgenden Hausmittel können Sie bei einer Infektion bedenkenlos anwenden:

  • Apfelessig: wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel aus und trägt zum Gleichgewicht der Darmflora bei, wodurch sich der Candida Pilz nicht so leicht ausbreiten kann. Aber: niemals in großen Mengen einnehmen.
  • Knoblauch: antimykotisch, positiv für Blutdruck und Kreislauf; vermeiden Sie aber Knoblauch, wenn Sie Blutverdünner einnehmen und einen niedrigen Blutdruck haben.
  • Kokosnussöl: Ein Esslöffel des Öls kann einige Minuten lang im Mund gespült und bei Bedarf gegurgelt werden und sammelt dabei eine Menge Keime, die ausgespuckt werden können. Es darf aber auf keinen Fall geschluckt werden.
  • Granatapfel: enthält einen Gerbstoff namens Punicalagin, der die Ausbreitung von Hefepilzen verhindern kann.

Tee kann auch gegen Candidose helfen. Am besten eignet sich eine Mischung aus Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander. Diese Kräuter haben eine besonders wohltuende Wirkung auf den Darm und helfen, die Darmflora ins Gleichgewicht zu bringen.

Milchsäurebakterien können auch die Ausbreitung des Pilzes Candida verhindern. Die Bakterien wirken sich positiv auf die Darmflora aus und halten sie im Gleichgewicht. Milchsäurebakterien sind in vielen natürlichen Milchprodukten wie Joghurt, Quark und Buttermilch enthalten.

Die sogenannte „Candida Diät“

Da sich der Pilz von Kohlenhydraten ernährt, haben Wissenschaftler die so genannte „Candida Diät“ entwickelt. Diese Diät soll helfen, mögliche Infektionen zu bekämpfen. Diese Diät vermeidet den Konsum von Kohlenhydraten und Zucker so weit wie möglich, um dem Pilz die Nahrung zu entziehen. Folgende Lebensmittel sollen dabei vermieden werden:

  • Früchte und Beeren mit hohem Fruktosegehalt.
  • Süßigkeiten und Desserts und Süßspeisen allgemein
  • Obst mit hohem Fruktosegehalt
  • Brot und Nudeln
  • Weniger Zucker
  • Alkohol

Andererseits können Gemüse, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier während der Diät weiterhin verzehrt werden. Es gibt unterschiedliche Diäten, und manche haben strengere Auflagen als andere. Es wird empfohlen, die Diät nicht länger als vier Wochen durchzuführen, da der Körper Kohlenhydrate zur Energiegewinnung benötigt. Längere Zeiträume ohne Nährstoffe können für den Körper schädlich sein.

Die Wirksamkeit dieser Methode ist jedoch noch nicht wissenschaftlich erwiesen und daher sehr umstritten. Es hat sich jedoch gezeigt, dass sie zusätzlich zu einer medizinischen Behandlung eine unterstützende Wirkung hat. Wenn die Candida Diät angewendet werden soll, sollte vorher ein Arzt konsultiert werden.

Unser Fazit

Der Pilz Candida ist bei 75 % der Menschen im Darm vorhanden. Wenn Sie allerdings keine Symptome einer Infektion haben, brauchen Sie sich keine Sorgen über diese Art Hefepilz zu machen, denn dieser Hefepilz ist für gesunde Menschen unbedenklich. Erst wenn er sich ausbreitet, kann er schädliche Auswirkungen haben.

Wenn Sie Anzeichen einer Infektion bemerken, müssen Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen und seine Anweisungen genau befolgen, um ein erneutes Auftreten der Infektion zu verhindern. Sie können auch Hausmittel verwenden. Eine Selbstbehandlung wird bei Candida Infektionen jedoch generell nicht empfohlen.

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