Die Libido der Frau fördern – Alle Fakten, Fragen und Antworten

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Eine gesunde und intakte Partnerschaft besteht aus vielen verschiedenen Bestandteilen. Für viele Paare ist auch der Sex ein sehr wichtiges Element. Es ist jedoch nicht ungewöhnlich, dass Frauen ihr sexuelles Verlangen über die Zeit verlieren. Dies betrifft oft nicht nur die Frau selbst, sondern auch ihren Partner.

In diesem Beitrag haben wir die wichtigsten Fakten über die Libido der Frau zusammengestellt. Wir zeigen Ihnen die möglichen Ursachen für eine geringe Libido bei Frauen auf und beantworten weitere wichtige Fragen rund um das Thema.

Wir geben Ihnen darüber hinaus wertvolle Ratschläge, wie Sie die Libido der Frau wieder steigern können, manchmal auf ganz einfache Weise. Dieser Ratgeber soll Ihnen dabei helfen, Ihr Liebesleben auch nachhaltig wieder in eine befriedigende Richtung zu lenken.

Definition: Was ist die Libido?

Was die Libido

Libido ist ganz allgemein der Wunsch nach Geschlechtsverkehr. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Begehren“ oder „Lust“. Eine niedrige Libido heißt demnach, dass eine Person sich selten oder nie traut, beim Thema Sex den ersten Schritt zu machen.

Es ist außerdem die häufigste sexuelle Störung bei Frauen. Die Libido sollte jedoch nicht mit sexueller Erregung und der Fähigkeit einen Orgasmus zu bekommen verwechselt werden.

Diese Beschwerden beeinflussen sich dabei jedoch nicht gegenseitig. So können sowohl Männer als auch Frauen trotz einer geringen Libido eine Erektion bekommen und halten, feucht werden oder einen Orgasmus haben.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Eine geringe Libido bei Frauen kann sehr verschiedene Gründe haben. Ursache sind oft Probleme im sozialen Umfeld oder gesundheitliche Einschränkungen aufgrund von Krankheiten oder der Einnahme Medikamenten.
  • Der Begriff Libido bezieht sich auf den Wunsch, Sex zu haben. Im Vergleich zu Männern haben Frauen häufiger eine geringere Libido, was auch in Studien nachgewiesen wurde.
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Libido wieder zu steigern. Dazu gehören bestimmte Nahrungsmittel, Gewürze und Kräuter, ausreichend Bewegung und Sport, Gespräche über das Thema oder ein Besuch bei einem Spezialisten.

Was ist der Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Libido?

Es wird oft gesagt, dass Männer ein stärkeres und höheres sexuelles Verlangen haben als Frauen. Dieser Umstand wurde bereits auch in verschiedenen Studien nachgewiesen. Der Wunsch nach Sex äußert sich dabei auf unterschiedliche Art und Weise.

Zu den Indikatoren gehören beispielsweise spontane sexuelle Gedanken, die Frequenz und Vielfalt sexueller Fantasien, die Häufigkkeit des Wunsches nach sexuellen Handlungen, Anzahl der Partner, Masturbation, Vorliebe für verschiedene Praktiken und Bereitschaft zur sexuellen Enthaltsamkeit.

Zu der Aussage, dass Männer meist eine höhere Libido aufweisen als Frauen, finden sich auch keine das Gegenteil berichtende Studien. Das bedeutet jedoch nicht, dass nicht auch das Gegenteil der Fall sein kann. Es ist immer möglich, dass die Frau in einer Beziehung eine größere und intensivere Libido hat als der Mann.

Backround: Was Sie generell über die weibliche Libido wissen sollten

Bevor wir Ihnen Ratschläge geben, wie Sie Ihre eigene Libido steigern können, möchten wir Ihnen einige wichtige Hintergrundinformationen zukommen lassen. Dies ist wichtig, damit Sie später die passenden Ratschläge in die Praxis umsetzen können. Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu haben wir Ihnen in den folgenden Rubriken zusammengestellt.

Was verursacht eine geringe Libido bei Frauen?

Ursachen geringe Libido

Die genauen Gründe für eine geringe Libido können sehr verschieden sein. Es ist dabei wichtig zu wissen, dass dies nicht immer auf einen einzigen Faktor zurückzuführen ist. Manchmal ist eine Kombination aus unterschiedlichen Einflussfaktoren möglich.

In den folgenden Unterpunkten werden die häufigsten verschiedenen Faktoren für eine verminderte Libido erläutert. Weiterhin wichtig zu wissen ist, dass nicht nur Frauen betroffen sein können. Auch Männer können teilweise unter diesen Ursachen leiden.

Geschlechtsspezifische Ursachen

Eben haben wir darüber berichtet, dass auch Männer von den verschiedenen Ursachen für eine geringe Libido betroffen sein können. Wir beginnen an dieser Stelle jedoch mit den geschlechterspezifischen Faktoren für die genannten Beschwerden:

Geburt: Die Geburt eines Kindes ist bei Frauen oft mit einem Libidoverlust verbunden. Viele Frauen fühlen sich mit der völlig neuen Situation überfordert. Hier kann der Partner unterstützen und helfen.

Menopause: In der Menopause (Wechseljahre) stellen die Eierstöcke die Östrogenproduktion ein. Hierdurch verringert sich die Menge der von Frauen produzierten Sexualhormone und damit auch ihre Libido.

Gynäkologische Beschwerden: Spezifische Frauenprobleme wie Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsakt (Dyspareunie) oder Becken- und Unterleibserkrankungen (Endometriose) wirken sich ebenfalls negativ auf die Libido der Frau aus.

Medikamente

Die Libido wird auch durch die Einnahme verschiedener Medikamente beeinflusst. Dazu gehören Antibabypillen, Diuretika, Cholesterinsenker, Herz- oder Blutdruckmedikamente, Haarwuchsmittel und Antidepressiva.

Krankheiten

Auch Krankheiten können eine Abnahme der Libido verursachen. Dazu gehören unter anderem Diabetes, Nierenversagen, Schilddrüsen- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Folgend sind einige der häufigsten Krankheiten, die die Libido beeinträchtigen, aufgeführt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck können ebenfalls zu einem Verlust des sexuellen Verlangens führen.

Diabetes: Nerven- oder Gefäßschäden im Zusammenhang mit Diabetes können ebenfalls zu einem Verlust der Libido bei den Betroffenen führen.

Niereninsuffizienz: Nierenversagen oder Nierenschwäche beeinträchtigt auch die Produktion von Sexualhormonen und damit die Libido.

Funktionsstörung der Schilddrüse: Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann zu einer spürbaren Abnahme der Libido führen.

Leberzirrhose: Die Leber ist ein sehr wichtiges Stoffwechselorgan. Bei chronischen Lebererkrankungen verändert sich das ursprüngliche Lebergewebe zu Binde- oder Narbengewebe. Infolge dieser Funktionsstörung ist die Synthese verschiedener Stoffe im Körper gestört und die notwendigen Sexualhormone verlieren teilweise ihre Funktion.

Neurologische Störungen: Auch Störungen des Nervensystems sind häufig der Auslöser für eine verminderte Libido bei Frauen. Hierzu gehören beispielsweilse ernste Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Schlaganfälle.

Persönliche Gründe

Psychologische Faktoren sind wahrscheinlich die häufigste Ursache für den Verlust der Libido bei Frauen. Das bedeutet, dass das sexuelle Verlangen oft eine rein emotionale Angelegenheit ist, die nicht vernachlässigt werden sollte. Die folgenden Faktoren spielen eine entscheidende Rolle:

Konflikte mit dem Partner: Häufig, insbesondere bei Frauen, wird Sex mit emotionaler Intimität in Verbindung gebracht. Wenn diese Intimität in einer Beziehung nicht gegeben ist, wirkt sich dies auch auf die Libido aus. Gründe dafür können unerfüllte Sehnsüchte, Streit generell, unbewusste Konflikte oder Gefühle der Entfremdung sein.

Schamgefühle: Die mangelnde Akzeptanz der eigenen Person und des eigenen Körpers wirkt sich ebenso negativ auf das Selbstbild, die Selbstachtung und das Selbstvertrauen und damit auf das sexuelle Verlangen aus. Dies kann auf Vergleiche mit falschen (Vor-)Bildern, Operationsfolgen wie Narben oder Übergewicht zurückzuführen sein.

Traumatische Erfahrungen: Dazu können Schmerzen oder Beschwerden beim Sex, abfällige Kommentare von Mitmenschen oder sogar sehr schwerwiegende Erfahrungen wie Missbrauch gehören.

Stress: Zu viele Überstunden am Arbeitsplatz, kleinere Kinder, verschiedene soziale Pflichten und ständige Erreichbarkeit nehmen viel Zeit in Anspruch. Infolgedessen fühlen sich viele Menschen erschöpft und müde, Lust und Zuneigung treten mit der Zeit in den Hintergrund.

Wann spricht man von Libidoverlust?

Es ist immer eine Frage der persönlichen Einstellung, wann ein Verlust der Libido vorlliegt. Für manche Menschen ist täglicher Sex ganz normal, während für andere einmal pro Woche oder sogar einmal im Monat ausreicht. Solange beide Parteien die gleichen Wünsche dabei haben, gibt es keinen festen Bezugspunkt.

Problematisch wird es nur, wenn einer der Partner über längere Zeit ein viel größeres oder häufigeres sexuelles Verlangen hat. Ein dauerhafter Libidoverlust ist erst dann gegeben, wenn dieser Zustand mindestens sechs Monate andauert.

Dies macht es einfacher, zwischen kurzfristigem und langfristigem Libidoverlust zu unterscheiden. Außerdem kann der Libidoverlust allgemein oder situativ sein, d. h. durch einen bestimmten Partner oder eine bestimmte Situation verursacht werden.

Steigerung der weiblichen Libido: Tipps & Tricks

Die Ursachen für eine geringe Libido sind ebenso vielfältig wie die Möglichkeiten, sie wieder zu steigern. In den folgenden Abschnitten werden wir uns einige verschiedene Möglichkeiten und Maßnahmen zur Steigerung der Libido ansehen. Das Angebot ist breit gefächert, so dass Sie sicher eine für Sie passende Lösung finden werden.

Entspannungszeiten und ausreichend Bewegung

Bewegung kann neben vielen positiven anderen Faktoren auch die Libido steigern. Sport kann Ihnen helfen, Stress abzubauen und sich in Ihrem eigenen Körper wohler und attraktiver zu fühlen. Aktive Bewegung regt den Kreislauf und die Energie an, was die Libido steigert.

Ein positiver Nebeneffekt ist, dass es nicht nur das sexuelle Verlangen steigert, sondern auch die Stimulation und Befriedigung fördern kann. Das heißt, wenn die Durchblutung zunimmt, ist auch die Wahrscheinlichkeit eines Orgasmus größer.

Sie müssen dabei nicht jeden Tag stundenlang schwitzen. Um ein positives Ergebnis zu erzielen, reichen schon 20 Minuten aktive Bewegung pro Tag, wie z. B. Walken oder Schwimmen, aus.

Wenn Sie außerdem Yoga oder andere Kraftübungen machen, können sich Ihre Muskeln anschließend besser entspannen. Dies wird dazu beitragen, Ihre Libido und Ihre Fähigkeit, zum Orgasmus zu kommen zu verbessern,ein zweifacher Erfog.

Homöopathie

Es gibt auch homöopathische Arzneimittel, die Ihre Libido steigern können. Sie sind nützlich, wenn Sie keine Chemikalien verwenden möchten. Aber auch diese homöopathischen Arzneimittel sind mit Vorsicht zu genießen. Daher sollten Sie vor der Anwendung immer Ihren Arzt, Homöopathen oder Apotheker befragen.

Traditionelle Hausmittel

Es gibt auch Hausmittel, denen eine positive Wirkung auf die Libido nachgesagt wird. Häufig werden Kräuter wie Ginseng, Ginkgo, Maca, Knoblauch, Fenchel, Ingwer, Salbei, Bockshornklee, Spargel und Brunnenkresse empfohlen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die praktische Wirkung dieser Arzneimittel nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist.

Es ist daher ratsam, diese Arzneimittel in kleinen Dosen zu verwenden und ein wenig zu experimentieren. Im Zweifelsfall sollten Sie vorher einen Fachmann über den Verbrauch oder die Menge befragen. Wenn Sie eine Unverträglichkeit haben, ist es natürlich grundsätzlich besser, die jeweiligen Stoffe nicht zu verwenden.

Nahrungsmittel & Ernährungsweise

Einigen Lebensmitteln wird eine luststeigernde Wirkung zugeschrieben. Im Folgenden ist eine Auswahl von Lebensmitteln aufgeführt, die die Libido steigern können und als natürliche Aphrodisiaka gelten.

Wassermelone: Wassermelonen enthalten unter anderem viel Citrullin. Dieser Stoff wird im Körper in Arginin umgewandelt und die Blutgefäße werden entspannt. Diese Wirkungsweise ist zum Beispiel mit der von Viagra vergleichbar.

Granatäpfel: Die Frucht enthält Stoffe, die die Stickoxidproduktion im Körper anregen. Dadurch werden die Blutgefäße durchlässiger und die Durchblutung verbessert.

Feigen: Feigen sind sehr reich an verschiedenen Aminosäuren. Diese Aminosäuren haben auch eine positive Wirkung auf die sexuelle Funktion und das sexuelle Verlangen.

Spinat: Das im Spinat in hohen Mengen vorhandene Magnesium steigert das sexuelle Verlangen ebenfalls. Dieser Inhaltsstoff hat außerdem eine entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Wirkung.

Brokkoli: Da Brokkoli sehr reich an Vitamin C ist, trägt er in hohem Maße zur Förderung der Blutzirkulation und zur Steigerung der weiblichen Libido bei.

Eisbergsalat: Eisbergsalat enthält viele natürliche Opiate, die positiv auf die Aktivierung der Sexualhormone wirken.

Den Rat eines Experten einholen

Wenn die oben genannten Ratschläge Ihnen noch nicht helfen konnten, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Viele Ärzte und Spezialisten können Ihnen unter die Arme greifen. Vor allem wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie diese nie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt wechseln.

Vor allem wenn Sie ein körperliches oder gesundheitliches Problem vermuten, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren. Zuständig in diesem Fall sind Allgemeinmediziner (Hausärzte) und/oder Gynäkologen.

Sie können Ihnen dabei helfen, etwaige medizinische Beschwerden oder Unverträglichkeiten gegenüber Medikamenten zu erkennen und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um das Problem zu beheben. Auf keinen Fall sollten Sie dabei Änderungen ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt vornehmen.

Ärzte oder Therapeuten sind wichtige Gesprächspartner, wenn es um die Diagnose und Heilung von Krankheiten sowie um die Änderung der Dosierung oder der Medikamente geht.

Wenn das Problem eher psychologischer Natur ist, sollten Sie einen Therapeuten aufsuchen. Sexualtherapeuten können zum Beispiel dabei helfen, unbewusste innere Probleme mit sich selbst oder dem Partner zu erkennen. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Angst vor dem Gespräch mit dem Partner zu groß ist oder wenn ein bereits geführtes Gespräch nicht zu den gewünschten Erfolgen geführt hat.

Gespräche können helfen

Die Hemmschwelle, über intime Themen wie die Libido zu sprechen, ist oft generell sehr hoch. Auch wenn es schwierig ist: Kommunikation mit Ihrem Partner ist oft der Schlüssel zum Erfolg. Wenn Sie Konflikte mit Ihrem Partner haben, ist es sehr wichtig, eine offene und klare Kommunikation darüber zu führen. Oft versteht Ihr Partner nicht, warum er überhaupt abgelehnt wird oder warum die Partnerin nicht auf ihn zugeht.

Bevor Sie ein Gespräch mit Ihrem Partner beginnen, sollten Sie herausfinden, ob die Gründe für Ihre Zurückhaltung direkt mit Ihrem Partner zusammenhängen oder nicht. Wenn ja, ist es angebracht, Dinge wie sexuelle Fantasien, spezielle Wünsche oder andere Leidenschaften zu besprechen.

Es ist auch hilfreich, die Dinge zu erklären, die Sie nicht mögen. Dadurch wird es für Ihren Partner leichter, Ihre Bedürfnisse in Zukunft zu erfüllen. Wenn die Gründe nicht direkt mit Ihrem Partner zu tun haben, sollten Sie erklären, dass Ihr mangelndes Verlangen nichts mit ihm oder ihr zu tun hat.

Sie sollten aber auch die Gründe für Ihre Zurückhaltung erläutern, zum Beispiel zu viel Stress. Das wird den Druck auf Sie und Ihren Partner verringern. Es wird auch Ihrem Partner helfen zu verstehen, dass Drängen oder unter Druck setzen in solchen Fällen sehr kontraproduktiv ist.

Schlussfazit

Eine geringe Libido kann sowohl für die Frau selbst als auch für ihren Partner sehr belastend sein. Deshalb ist es wichtig, zunächst die Ursache genau zu bestimmen. Es gibt dann verschiedene Möglichkeiten, die Libido wieder zu steigern. Bei Stress können Lebensmittel und Kräuter/Gewürze, Sport, Entspannungstechniken und ein offenes Gespräch mit Ihrem Partner sehr hilfreich sein.

Wenn Sie glauben, dass Ihre geringe Libido auf eine Krankheit oder ein spezielles Medikament zurückzuführen ist, sollten Sie einen Experten aufsuchen. Ärzte und Therapeuten können Ihnen helfen, Krankheiten zu diagnostizieren oder die Dosierung und die Art Ihrer Medikamentation zu ändern.

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